15.–17.06.27
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Edible Spring: Interview mit Saskia Voigt

greensight talksFlavour MarketCreation & Care

25.03.2026

2 min

von Leif Hallerbach

Als Ellis Landliebe teilt Saskia Vogt regelmäßig Gartentipps auf Social Media. Ihre Expertise und herzliche Art werden gleichermaßen geschätzt. Wir sprechen mit der bekannten Bloggerin über Essbares im Garten, Frühlingsaromen und aktuelle Gartentrends.

Intensiver Stil im Beet

Liebe Saskia Voigt, im Frühling gibt es eine Fülle an essbaren Gartenkräutern, Pflanzen und Blumen. Welches sind Ihre persönlichen Favoriten?
Ich bepflanze meine Hochbeete im intensiven Stil: Gemüse, Kräuter und blühende Pflanzen wachsen bewusst gemeinsam, weil sie sich gegenseitig stärken und weil dieses Miteinander viele Vorteile für Boden, Pflanzen und Ertrag mit sich bringt. So kann ich sprichwörtlich an ein Hochbeet gehen und mir einen kompletten Teller voller Frische und Schönheit ernten. Zarte Baby-Leaf-Salate, bunte Radieschen, junge Möhren mit ihrem feinen Grün, dazu frischer Schnittlauch, Petersilie und Basilikum ergeben einfache, aber unglaublich aromatische Kombinationen.
Was eignet sich noch für Salate oder zum Würzen?
Besonders gern ergänze ich Frühlingsgerichte mit essbaren Blüten, etwa von Kapuzinerkresse, Cosmeen oder Ringelblumen. Die Blüten bringen Farbe auf den Teller, während die Samenkapseln der Kapuzinerkresse eine angenehme, leichte Schärfe mitbringen. Viele wissen außerdem nicht, dass sich Möhrengrün hervorragend verwerten lässt oder dass sogar Dahlienknollen essbar sind. So entsteht für mich im Frühling ein Teller voller Aromen direkt aus dem eigenen Hochbeet, der sich so über das gesamte Jahr immer wieder anpasst und verändert.

Selbstversorgung für Einsteiger

Welches essbare Gartengrün eignet sich besonders für Einsteiger?
Ich finde, dass es eigentlich keine klassischen „Anfängerpflanzen“ gibt – gerade im Zusammenhang mit Edible Spring und Selbstversorgung. Viel wichtiger ist die Frage, was man selbst gern isst und regelmäßig nutzt. Wer zum Beispiel gern Spaghetti mit Tomatensoße kocht, für den ist es naheliegend, Tomaten, Basilikum, Oregano, Knoblauch oder Zwiebeln anzubauen. So entsteht ein direkter Bezug zwischen Garten und Küche, der motiviert und nachhaltig wirkt.
Was sollte generell beim Anbau von Gewürzpflanzen und Kräutern beachtet werden? Gibt es bestimmte Anbauformen, die Sie bevorzugen?
Für mich ist es wichtig, nicht nur nach Regeln zu gärtnern, sondern nach Gefühl und Erfahrung. Natürlich gibt es Grundbedürfnisse wie Sonne, Wasser und Boden – aber darüber hinaus darf der Garten für mich lebendig sein und sich entwickeln. Mit dem intensiven Bepflanzen meiner Hochbeete habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht. Die Pflanzen profitieren voneinander, der Boden bleibt geschützt, Schädlinge treten seltener auf und jedes Beet wird zu einem kleinen Ökosystem. Vor allem aber liebe ich es, an meine Beete zu gehen und jedes Mal etwas Neues zu entdecken: eine Blüte, die sich geöffnet hat, ein Kraut, das stärker duftet, ein Salat, der schneller gewachsen ist als gedacht.
Intensiv bepflanztes Hochbeet mit Gemüse, Kräutern und Blumen. © Saskia Voigt
Auf Ihrem Instagram-Kanal @ellis_landliebe teilt Saskia Voigt Gartentipps. © Saskia Voigt

Wildpflanzen zum Kochen

Verwenden Sie selbst neben den Garten- auch Wildpflanzen zum Kochen und haben Sie hier bestimmte Favoriten?
Wildpflanzen sind für mich eine wertvolle Ergänzung, weil sie sehr nährstoffreich sind und uns die jeweilige Jahreszeit besonders nahebringen. Im Frühling greife ich gern auf junge Wildkräuter zurück. Gänseblümchen verwende ich häufig für Salate oder als essbare Dekoration, junge Brennnesselblätter nutze ich für Pesto, Suppen oder als Spinat-Alternative. Auch Vogelmiere oder junger Löwenzahn gehören zu meinen Favoriten. Besonders spannend finde ich Brennnesselsamen, die als echtes Superfood gelten und sich vielseitig einsetzen lassen. Mir ist dabei wichtig, Wildpflanzen achtsam zu nutzen: nur sicher bestimmte Pflanzen, nur in kleinen Mengen und dort, wo es erlaubt ist. Für mich verbinden Wildpflanzen Kochen, Garten und Natur auf ganz ursprüngliche Weise.

Aktuelle Pflanzentrends

Beobachten Sie bestimmte Pflanzentrends für die kommende Gartensaison?
Ja, ich beobachte sehr deutlich, dass sich die Pflanzentrends für die kommende Gartensaison weiter in Richtung Natürlichkeit, Essbarkeit und Vielfalt entwickeln. Immer mehr Menschen möchten nicht mehr strikt zwischen Zier- und Nutzgarten unterscheiden, sondern beides miteinander verbinden. Essbare Pflanzen werden selbstverständlicher Teil der Gartengestaltung – sei es in Beeten, Hochbeeten oder gemischt mit Stauden und Blumen. Gleichzeitig wächst das Interesse an Vielfalt: alte Sorten, besondere Gemüse- und Salatvarianten, Beerensträucher oder essbare Stauden. Dabei geht es weniger um Exotik um jeden Preis, sondern um bewusste Auswahl, Geschmack und Widerstandsfähigkeit.
Gibt es weitere Trends?
Ein weiterer klarer Trend ist die Hinwendung zu naturnahen, biodiversen Gärten. Pflanzen, die Insekten Nahrung bieten, robuste Stauden, Gräser und Mischpflanzungen gewinnen an Bedeutung. Der Garten darf wieder lebendiger, freier und weniger perfekt sein. Insgesamt sehe ich eine Entwicklung hin zu Gärten, die nicht nur schön aussehen, sondern Sinn stiften. Sie nähren uns, stärken die Natur und geben uns gleichzeitig Ruhe und Erdung. Genau darin liegt für mich die Zukunft des Gärtnerns.
Gute Erfahrungen mit intensiv bepflanzten Hochbeeten. © Saskia Voigt
Der Trend geht zu mehr Vielfalt und Natürlichkeit im Garten. © Saskia Voigt

Der Garten als Ort des Lernens

Welche Bedeutung hat denn der Garten und das Gärtnern für Sie persönlich?
Der Garten ist für mich ein Ort des Lernens, der Erdung und der Verantwortung – für den Boden, die Pflanzen und letztlich auch für mich selbst. Mir ist dabei besonders wichtig zu zeigen, dass Gärtnern kein elitäres Prinzip ist. Es funktioniert bei jedem ein bisschen anders, Fehler gehören dazu und genau aus ihnen lernen wir. Mein Leitspruch ist deshalb: Gärtnern heißt wachsen – nicht nur für Pflanzen, sondern auch für uns. Im Garten lernen wir Geduld und Ruhe, schätzen die kleinen Dinge und entdecken das Besondere oft erst auf den zweiten Blick. Erde an den Händen, den Kopf ausschalten, durchatmen – etwas sehr Ursprüngliches, das erdet, Ruhe bringt und das ich von Herzen liebe.
Um natürliche Aromen, Geschmack und Genuss geht es auch auf der neuen Erlebnisfläche Flavour Market der spoga+gafa 2026. Hier erfahren Sie mehr.
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