Garten-Abonnements sparen Zeit und liefern die persönliche Pflanzenauswahl direkt nachhause. Das Subscription-Modell bietet hohe Flexibilität und eine längere Kundenbindung, ist aber auch mit Risiken verbunden.
Wachstum der Subscription Economy
Als Subscription Economy werden Geschäftsmodelle bezeichnet, die über Abonnements funktionieren und sich mittlerweile auf alle Lebensbereiche erstrecken. Weltweit deuten Umfragen auf ein anhaltendes Wachstum solcher Geschäftsmodelle hin. Im Garten- und Pflanzenhandel haben sich Abo-Services ebenfalls etabliert. Sie ermöglichen Konsumenten flexible, auf ihre Bedürfnisse anpassbare Pflanzpakete zu beziehen. Von Zimmerpflanzen und Gemüse über Samen, Substrate und Anzuchthilfen bis hin zu Gartengeräten und Anleitungen werden Produktboxen direkt nach Hause geliefert.
Einstieg ins Heimgärtnern
Pflanzboxen und Gartensets im Abonnement sind eine wachsende Nische in der Subscription Economy. Als Komplettpaket liefern sie alles, was zur Anzucht von Pflanzen und generell zum Gärtnern benötigt wird – ob im Freien oder in den eigenen vier Wänden. Neben dem Equipment enthalten sie oftmals praktische Tipps und Leitfäden von Experten und Expertinnen. Das Sortiment umfasst dabei Einsteigersets ebenso wie Produktpakete für Fortgeschrittene. Mit den Anfängerboxen werden Grundkenntnisse vermittelt und bei Fragen steht ein Kundenservice mit fachlicher Unterstützung zur Seite.

Pflanzboxen im Abonnement bieten Gartenunternehmen einige Vorteile. © Foto: Vitaly Gariev auf Unsplash

Pflanzen-Abos bieten regelmäßig Inspirationen für das Heimgärtnern. © Koelnmesse GmbH
Vorteile für Unternehmen
Für Unternehmen bieten solche Subscription-Modelle einige Vorteile: So gibt es mit Abonnements kontinuierliche und planbare Umsätze. Kunden und Kundinnen binden sich zudem für eine längere Zeit an das Unternehmen und können mit regelmäßiger Interaktion und Mehrwertangeboten gehalten werden. Denn aus Kundendaten und Nutzungsverhalten lassen sich Informationen für ein zielgerichtetes Marketing und den individuellen Bedürfnissen entsprechende Angebot generieren. Die Zutaten und Größe der Pflanzboxen können so persönlichen Vorlieben angepasst werden.
Nachhaltige Aspekte
Darüber hinaus gibt es auch einige nachhaltige Aspekte, die für Pflanzen-Abos sprechen. Sie bieten unter anderem Bio-Saatgut und regen zur Selbstversorgung mit Obst und Gemüse an. Begleitende Blogs geben zum Beispiel Tipps für die gärtnerische Verwendung von Lebensmittelresten. Retouren oder Restposten aus Gewächshäusern werden zudem mit Überraschungs-Abos und Retter-Boxen noch unter den Mann oder die Frau gebracht. Auch Überbestand aus Gärtnereien für den Einzel- und Großhandel oder Pflanzen mit kleinen Schönheitsfehlern lassen sich so noch vermarkten und ihre Entsorgung vermeiden.
Risiken des Geschäftsmodells
Welche Risiken mit Subscription-Modellen verbunden sind, zeigt ein Fall aus der jüngeren Vergangenheit. Ein TV-bekanntes Start-Up aus Deutschland für die Begrünung von Balkonen mit individuellen Pflanzensets musste Insolvenz anmelden. Gründe waren unter anderem die erhöhten Energiepreise und Einkaufskosten sowie eine zurückhaltende Nachfrage seitens der Konsumenten und Konsumentinnen aufgrund allgemein gestiegener Verbrauchspreise. Weitere Herausforderung für Abo-Services liegen in der Verwaltung der Kundenbeziehungen und der Zahlungsabwicklung. Auch rechtliche Vorgaben wie das Kündigungs- und Widerrufsrecht müssen bei solchen Geschäftsmodellen berücksichtigt werden.

Es gibt ein breites Angebot an Abo-Produkten bis hin zu seltenen Sammlerpflanzen. © Koelnmesse GmbH
Ausdifferenzierung des Marktes
Als besonders geeignet für Abonnements erscheinen vor allem Saatgut und Zimmerpflanzen. Je nach Zielgruppe gibt es mittlerweile ein breites Angebot an Grünprodukten, die regelmäßig geliefert werden – von saisonalem Saatgut über seltene Sammlerpflanzen bis hin zu Pflanzkapseln für Smart Gardening. Größere Anbieter wie der Bloombox Club versenden nach eigenen Angaben monatlich tausenden Lieferungen von Pflanzen in ihre Zielmärkte, unterstützt von einem breiten Netzwerk aus Pflanzenzüchtern, Experten und Influencern. Neuere Abo-Services wie Flowstead verstehen sich dabei als ein umfassendes und aufeinander abgestimmtes System mit Garten-Community für den Einstieg in die Selbstversorgung.
Perspektiven für Subscription-Modelle
Trotz einer prognostizierten „Abo-Müdigkeit“ bei Konsumenten betrachten viele Marktbeobachter Subscription-Modelle als zukunftsweisend. Dabei sehen sie die Subscription Economy insgesamt in einem Transformationsprozess: Angesichts weiterentwickelter Abo-Modelle rückt das Beziehungsmanagement stärker in den Fokus. So wird die Kundenbindung über personalisierte Inhalte und angepasste Angebote mit KI weiter vorangetrieben. Gleichzeitig wachsen die Ansprüche von Kunden und Kundinnen an den Alltagswert von Waren. Für Anbieter von Pflanzprodukten zur Förderung der Gesundheit, des Wohlbefindens und der Selbstversorgung nicht die schlechtesten Aussichten.
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